Milagro
Der Krieg im Bohnenfeld
Ein beeindruckendes Filmepos von Robert Redford
„Ein Lächeln gibt mehr Schutz als jeder Schirm“ sagt die Frau des Dorfsheriffs, als er morgens mit den Worten „Es liegt etwas in der Luft“ aus dem Hause tritt. Und damit beginnt die Geschichte …
Milagro, das ist ein 426 Einwohner-Kaff in Mexiko. Milagro, das ist ein modernes Märchen. Milagro, das ist die Geschichte von David und Goliath. Milagro könnte überall sein.
Eingebettet in die grandiose Naturlandschaft Neu Mexikos (allein dieser Aufnahmen wegen lohnt es sich, den Film zu sehen!) wird die Geschichte des Tagelöhners Joe Mondragon erzählt, der unabsichtlich und widerrechtlich sein ausgedörrtes Bohnenfeld bewässert und damit in Konflikt mit dem reichen Rancher und Bauspekulanten Ladd Devine gerät, der das Grundstück längst verplant hat für seinen Ferienerholungspark („Your tax dollars at work for a better America!“).
Doch er hat die Rechnung ohne die kauzigen Dorfbewohner gemacht, deren Trägheit durch das unerhörte Vorgehen des Joe Mondragon in Bewegung gerät. Da ist zum einen Amarante, ältester Einwohner Milagros, der jeden Morgen in den Spiegel spricht: „Ich danke dir Gott, daß ich noch einen Tag erleben darf!“, bevor er sich mit seinem Schwein auf den Weg ins Dorf macht, und der als einziger den Jenseitigen sehen und mit ihm sprechen kann, der über das Geschehen im Dorfe wacht. Da ist zum anderen die energische Ruby, die den einstigen politisch links orientierten Anwalt Blohm, der nur noch zu seinen Blumen spricht und von all der Unbill dieser Welt nichts mehr wissen will, zum Handeln animiert. Und dann taucht noch Herbert Plett auf, Soziologiestudent aus New York, ein frischer, harmloser Junge, der unversehens ins Zentrum des Geschehens gerät. Abgesehen von all den Alten, die ihre Tage bislang müßig in der Dorfkneipe verbrachten, und den Jungen, die sich von dem Ferienerholungspark Arbeitsplätze erhoffen.
Eine von Ruby und Blohm organisierte Unterschriftenaktion und Versammlung endet im Tumult; durch intellektuelle Anstöße lassen sich die Dorfbewohner zu nichts bewegen. Joe Mondragon stellt sich stur: „Ich bau das Zeug nicht an, damit Ihr ein Komitee bildet!“
Ein Tagelöhner bewässert widerrechtlich sein ausgedörrtes Bohnenfeld – und die Trägheit der Dorfbewohner gerät in Bewegung …
Regisseur Robert RedfordSituationskomik und treffende Dialoge machen den Film zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Die Geschichte spitzt sich zu, als „der schwarze Mann“ nach Milagro kommt, von höchsten Regierungskreisen gesandt, um das renitente Dorf unter Kontrolle zu bringen.
Lassen Sie sich davon überraschen, wie der „Krieg um das Bohnenfeld“ geführt wird. Wie im Märchen nämlich, das Gute siegt zum Schluß. Selbst dem „schwarzen Mann“ mit seinen kalten, blauen Augen wird am Ende ein Lächeln abgerungen und der Soziologiestudent Herbert Plett lernt, daß man das wahre Leben nicht erforschen, sondern wahrhaft erleben muß, um es zu verstehen. Ein Film für die ganze Familie, nach dessen Genuß man sich wohlfühlt. Leicht und beschwingt, was wohl unter anderem an der oscarprämierten Filmmusik (Dave Grusin) liegt. Robert Redfords Film kommt völlig ohne Brutalität, Erotik und große Weltgeschichte aus – und tut einfach gut!
Informationen:
Regie: Robert Redford, 1988
Drehbuch: John Nichols, David S. Ward
Darsteller: Chick Vennera, Richard Bradford, Sonia Braga, Christopher Walken u.a.
Spieldauer: 112 Minuten
Die „Universal“-DVD erschien 2004
„Ein Lächeln gibt mehr Schutz als jeder Schirm“ sagt die Frau des Dorfsheriffs, als er morgens mit den Worten „Es liegt etwas in der Luft“ aus dem Hause tritt. Und damit beginnt die Geschichte …
Milagro, das ist ein 426 Einwohner-Kaff in Mexiko. Milagro, das ist ein modernes Märchen. Milagro, das ist die Geschichte von David und Goliath. Milagro könnte überall sein.
Eingebettet in die grandiose Naturlandschaft Neu Mexikos (allein dieser Aufnahmen wegen lohnt es sich, den Film zu sehen!) wird die Geschichte des Tagelöhners Joe Mondragon erzählt, der unabsichtlich und widerrechtlich sein ausgedörrtes Bohnenfeld bewässert und damit in Konflikt mit dem reichen Rancher und Bauspekulanten Ladd Devine gerät, der das Grundstück längst verplant hat für seinen Ferienerholungspark („Your tax dollars at work for a better America!“).
Doch er hat die Rechnung ohne die kauzigen Dorfbewohner gemacht, deren Trägheit durch das unerhörte Vorgehen des Joe Mondragon in Bewegung gerät. Da ist zum einen Amarante, ältester Einwohner Milagros, der jeden Morgen in den Spiegel spricht: „Ich danke dir Gott, daß ich noch einen Tag erleben darf!“, bevor er sich mit seinem Schwein auf den Weg ins Dorf macht, und der als einziger den Jenseitigen sehen und mit ihm sprechen kann, der über das Geschehen im Dorfe wacht. Da ist zum anderen die energische Ruby, die den einstigen politisch links orientierten Anwalt Blohm, der nur noch zu seinen Blumen spricht und von all der Unbill dieser Welt nichts mehr wissen will, zum Handeln animiert. Und dann taucht noch Herbert Plett auf, Soziologiestudent aus New York, ein frischer, harmloser Junge, der unversehens ins Zentrum des Geschehens gerät. Abgesehen von all den Alten, die ihre Tage bislang müßig in der Dorfkneipe verbrachten, und den Jungen, die sich von dem Ferienerholungspark Arbeitsplätze erhoffen.
Eine von Ruby und Blohm organisierte Unterschriftenaktion und Versammlung endet im Tumult; durch intellektuelle Anstöße lassen sich die Dorfbewohner zu nichts bewegen. Joe Mondragon stellt sich stur: „Ich bau das Zeug nicht an, damit Ihr ein Komitee bildet!“
Ein Tagelöhner bewässert widerrechtlich sein ausgedörrtes Bohnenfeld – und die Trägheit der Dorfbewohner gerät in Bewegung …
Regisseur Robert RedfordSituationskomik und treffende Dialoge machen den Film zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Die Geschichte spitzt sich zu, als „der schwarze Mann“ nach Milagro kommt, von höchsten Regierungskreisen gesandt, um das renitente Dorf unter Kontrolle zu bringen.
Lassen Sie sich davon überraschen, wie der „Krieg um das Bohnenfeld“ geführt wird. Wie im Märchen nämlich, das Gute siegt zum Schluß. Selbst dem „schwarzen Mann“ mit seinen kalten, blauen Augen wird am Ende ein Lächeln abgerungen und der Soziologiestudent Herbert Plett lernt, daß man das wahre Leben nicht erforschen, sondern wahrhaft erleben muß, um es zu verstehen. Ein Film für die ganze Familie, nach dessen Genuß man sich wohlfühlt. Leicht und beschwingt, was wohl unter anderem an der oscarprämierten Filmmusik (Dave Grusin) liegt. Robert Redfords Film kommt völlig ohne Brutalität, Erotik und große Weltgeschichte aus – und tut einfach gut!
Informationen:
Regie: Robert Redford, 1988
Drehbuch: John Nichols, David S. Ward
Darsteller: Chick Vennera, Richard Bradford, Sonia Braga, Christopher Walken u.a.
Spieldauer: 112 Minuten
Die „Universal“-DVD erschien 2004
Autor: Corinna Hübener
