GralsWelt 69/2012
„Wie sehr mußte dieser Mensch leiden …“
Peter Iljitsch Tschaikowski und Nadeschda Filaretowna von Meck
Stürmische Töne heller, klarer, romantischer Musik, erstaunliche Melodik, Inspiration, überwältigender musikalischer Reichtum, märchenhafte Schönheit, bezaubernder Schimmer der Farben … Hunderttausende Zuhörer in der ganzen Welt lassen sich durch seine Musik in die Welt eines der größten Komponisten, in den Reichtum und die Schönheit der Empfindungen führen. Wie war aber sein Leben? Und wie er selbst?
Peter Iljitsch Tschaikowski war ein außergewöhnlich gefühlvoller, einfühlsamer Mensch. Einerseits war er fähig, feine Einflüsse für seine Musik aufzufangen, andererseits war er diesen Einflüssen selbst stark ausgesetzt und hat dadurch gelitten. Wiederholt erlebte er Zustände tiefer Melancholie und schweren psychischen Leidens. Zum Alptraum einiger Jahre seines Lebens wurde die unüberlegte und mißglückte Trauung mit der sehr jungen Studentin Antonina Miljukowa, die Tschaikowski an die Schwelle des Selbstmordes führte. Die wirkliche Belastung seines Lebens aber war die Homosexualität, gegen die er sich nicht zu wehren wußte. In dem zaristischen Rußland war das ein unverzeihbarer Verstoß, für den Menschen in die Verbannung nach Sibirien geschickt wurden. Und doch durchstrahlte Tschaikowskis Leben die reine Beziehung zu einer Frau, die er persönlich nie traf, die ihn aber als reiche Mäzenin vierzehn Jahre lang freigebig unterstützte, so daß er sich unabhängig seiner Tätigkeit als Komponist widmen konnte. Und es war nicht nur das Geld, das ihm half, ungestört zu arbeiten – innige Gefühle und Gedanken ihrerseits begleiteten ihn und ebneten seinen Weg.
Das Jahr 1876 geht zu Ende. Zehn Jahre sind vergangen, seit Tschaikowski die Stelle des Professors für Harmonie und Komposition an dem Moskauer Konservatorium angetreten hat. Er ist 36 Jahre alt und hat bereits drei Symphonien geschrieben, das 1. Streichquartett in D-Dur, das Ballett „Schwanensee“ sowie die symphonischen Dichtungen „Romeo und Julia“ und „Francesca da Rimini“.
Ein unerwarteter Brief
Peter Iljitsch Tschaikowski 1875
Eines Tages, kurz vor dem neuen Jahr, bekommt Tschaikowski einen unerwarteten Brief: „Ich finde es für unpassend, Ihnen zu erzählen, welche Begeisterung Ihre Werke in mir erwecken … deshalb sage ich Ihnen nur so viel, und ich bitte Sie, es wörtlich zu glauben, daß es sich mit Ihrer Musik leichter und angenehmer lebt.“ Den Brief hat die Witwe eines Transportingenieurs geschrieben, Nadeschda Filaretowna von Meck, eine besondere Bewunderin seines musikalischen Schaffens. Frau von Meck, die Musik seit ihrer Jugend leidenschaftlich liebt, ist in der Moskauer Gesellschaft als reiche Dame und Kunstmäzenin bekannt. Das Kapital der Familie Meck beträgt einige Millionen Rubel, sie unterstützt reichlich das Moskauer Konservatorium, den russischen Musikverein und honoriert unter anderem auch das Kammerinstrumentalensemble, das in ihrem Haus spielt.
Unter den zeitgenössischen Komponisten hat Tschaikowski gerade ihre größte Aufmerksamkeit erregt. Von seinem Schüler, dem Geiger Kotek, den Frau von Meck ebenfalls unterstützt, erfährt sie von den gegenwärtigen finanziellen Schwierigkeiten Tschaikowskis. Durch Vermittlung von Kotek beginnt sie, die Bearbeitungen seiner Kompositionen für Klavier zu bestellen und belohnt diese Arbeit reichlich. Tschaikowski kommen diese Bestellungen sehr gelegen. Seinem Bruder Anatolij klagte er zu jener Zeit: „Wenn du wüßtest, wie tief in den Schulden ich stecke! Jeden Tag bittet mich jemand um Geld, ich verschenke rechts und links solche Summen, daß ich mich zum Schluß selbst bedaure.“
Nadeschda Filaretowna von Meck
Zwischen Tschaikowski und Frau von Meck entsteht bald rege Korrespondenz, und schließlich entwickelt sich eine besondere, bewundernswerte Freundschaft, die mehr als dreizehn Jahre lang währt. In dieser Zeit sehen sich die beiden zwar einige Male von weitem, aber sie lernen sich nie persönlich kennen. Der Komponist spürt jedoch, daß das Interesse von Frau Meck tief und innig ist, daß sie seine Musik gefühlvoll wahrnimmt, und enthüllt ihr schon in den ersten Briefen seine verborgenen Gedanken, beschreibt typische Eigenschaften seines kontroversen Charakters und seines Talents.
Freund
Im Jahre 1878 arbeitet Tschaikowski an seiner Oper „Eugen Onegin“ und gleichzeitig an der 4. Symphonie. Als er sie vollendete, fragte er Frau von Meck: „Nadeschda Filaretowna, ich habe gehört, daß Sie nie erlaubten, daß man Ihnen eine Komposition widmet. Für mich haben Sie eine Ausnahme gemacht, und ich bin dafür sehr dankbar. Falls es Ihnen aber unangenehm ist, wenn Ihr Name im Kopf der Symphonie steht, können wir darauf verzichten. Dann wissen nur Sie und ich, wem diese Symphonie gewidmet ist.“
Von Meck antwortet: „Gestatten Sie mir eine Frage. Halten Sie mich für Ihren Freund? Beantworten Sie diese Frage mit Ja, würde es mich sehr freuen, wenn Sie auf Ihre Symphonie schreiben würden, daß Sie sie Ihrem Freund widmen, ohne jemand zu nennen.“
Die Familie Tschaikowski im Jahr 1848
„Niemals hatte die Widmung eines Musikwerkes einen ernsteren und wirklicheren Sinn als in diesem Fall“, antwortet nun Tschaikowski. „Ich habe in der Symphonie vom Herzen nicht nur für mich, sondern auch für Sie gesprochen. Es ist eigentlich nicht meine, sondern unsere Symphonie. Nur Sie selbst können verstehen und empfinden all das, was ich verstand und empfand, als ich sie schrieb. Es wird immer mein liebstes Werk sein. Es ist nämlich eine Erinnerung an die Zeit, als mir nach mich lange bedrohender Krankheit und nach langer Periode unerträglicher Wehmut und Überdrusses, wo ich fast in Wahnsinn und Verderben fiel, das Morgenrot des Wiedergeborenwerdens und Glückes erstrahlte in der Gestalt der, der diese Symphonie gewidmet ist. Ich zittere vor Schreck bei dem Gedanken, was mit mir passiert wäre, wenn mich das Schicksal nicht mit Ihnen zusammengeführt hätte. Ich bin Ihnen für alles sehr verbunden. Für das Leben, für die Möglichkeit, nach vorne, zu dem weiten Ziel zu gehen, zu Freiheit und Glück …“
Der Meinungsaustausch
In der Korrespondenz beginnt eine rege Diskussion. Auch wenn Frau von Meck Tschaikowski sehr schätzt, geht sie manchmal mit seiner Meinung nicht konform. Er bewundert Raffael, Mozart, sogar Puschkin, sie liebt Michelangelo, Beethoven, Schopenhauer.
Der 23jährige Peter Iljitsch Tschaikowski 1863
Auch über den Glauben wird gesprochen. „Was die Religion betrifft, bin ich innerlich entzweit und kann bis jetzt keine Lösung finden“, schreibt Tschaikowski. „Einerseits lehnt mein Verstand hartnäckig ab, die Wahrhaftigkeit der Dogmen anzuerkennen, die der orthodoxen wie auch die der anderen christlichen Konfessionen. Wie lange habe ich allein über das Dogma Vergeltung und Strafe nachgedacht, je nachdem, ob es um einen guten oder schlechten Menschen geht … Wie kann man eine genaue Linie zwischen Schafen und Wölfen festlegen? Genauso unerreichbar für meinen Verstand ist der Glaube an das ewige Leben. Andererseits … die Bräuche aus der Kindheit, poetische Vorstellungen, verbunden mit all dem, was Christus und seine Lehre betrifft … Ich möchte sie sehr gern von dieser Seite aus erleben.“ Aus einem anderen Brief Tschaikowskis geht hervor, daß auch Frau von Meck den kirchlichen Dogmen kritisch gegenüberstand: „… so bin ich einerseits noch fest mit der Kirche verbunden“, schreibt er, „andererseits habe ich, ähnlich wie Sie, schon den Glauben an Dogmen verloren … Und so sehen Sie, meine liebe Freundin, daß ich voll von Widersprüchen und trotz meines reifen Alters nicht zu etwas Festem gelangt bin, ich habe meinen unruhigen Geist weder durch Religion noch durch Philosophie befriedigt. Ich würde wirklich verrückt, wenn es die Musik nicht gäbe. Sie ist ein echtes Geschenk des Himmels für die Menschheit, die im Dunkel herumirrt …“
Von Meck bringt neue Impulse: „Peter Iljitsch, haben Sie mal geliebt? Ich glaube nicht. Sie lieben die Musik zu sehr, als daß Sie sich in eine Frau verlieben könnten. Ich weiß von einem Liebesverhältnis in Ihrem Leben [Anm.: Sie spricht von der Sängerin Desirée Artot, der Tschaikowski ohne Erfolg die Heirat angeboten hatte], aber ich glaube, daß die sogenannte platonische Liebe nur ein halbes Ziel ist für einen Menschen, der ohne das Körper und Blut betreffende Gefühl nicht existieren kann.“
Tschaikowski mit seiner Frau Antonina Miljukowa„Wenn Sie die Frage anders formulieren“, antwortet Tschaikowski, „wenn Sie fragen, ob ich in der Liebe ein vollkommenes Glück erlebt habe, muß ich Ihre Frage mit dreimaligem Nein beantworten … Übrigens läßt sich diese Antwort auch in meiner Musik finden. Falls Sie mich fragen, ob ich mir der ganzen Größe und Intensität dieser Empfindung bewußt bin, antworte ich: ja, ja, ja, und wieder sage ich Ihnen, daß ich mehrmals versucht habe, die Pein und gleichzeitig das Heil der Liebe durch Musik auszudrücken. Ich weiß nicht, ob es mir gelungen ist, das sollen andere beurteilen …“
Es gab Momente, in denen Frau von Meck sich wohl nur mit Schwierigkeiten beherrschen konnte, das zu schreiben, was nicht geschrieben sein sollte: „Ich beende diesen Brief nach der Heimkehr aus dem Konzert, wo ich Ihren Slawischen Marsch gehört habe. Ich bin unfähig, mit Worten das Gefühl auszudrücken, das mich ergriffen hat.“ Der Slawische Marsch hatte bei der Erstaufführung einen so großen Erfolg, daß er wiederholt werden mußte. „Es war solches Wohlbehagen, daß ich Tränen in Augen hatte. Beim Erleben der Musik war ich unsagbar glücklich mit dem Gedanken, daß der Komponist in einem gewissen Grade mein ist, daß er mir gehört und daß mir dieses Recht niemand abstreiten kann. Zum ersten Mal seit Anknüpfung unserer Kontakte habe ich Ihr Werk in einer anderen Umgebung als sonst gehört. In dem Adelsklub scheint mir manchmal, daß ich da viele Konkurrenten habe, daß Sie viele Freunde besitzen, die Sie lieber haben als mich. Aber hier, in der neuen Umgebung, schienen mir meine Gefühle so stark zu sein, daß ich Sie mit niemand teilen muß. Hier herrsche ich … entschuldigen Sie bitte dieses Fantasieren, erschrecken Sie nicht vor meiner Eifersucht, sie verpflichtet Sie doch zu nichts. Es ist nur meine eigene und in mir beschlossene Empfindung. Von Ihnen verlange ich nichts mehr außer dem, was ich schon genieße – vielleicht nur noch eine geringfügige Änderung. Es würde mich freuen, wenn Sie mich, wie es unter Freunden üblich ist, duzen. Ich glaube, daß das in der Korrespondenz nicht schwierig ist. Falls es Ihnen aber nicht paßt, werde ich nichts dagegen haben, denn auch so bin ich glücklich. Seien Sie gesegnet für das Glück! Ich möchte Ihnen jetzt schreiben, daß ich Sie von ganzem Herzen umarme, aber es könnte sein, daß Sie es doch komisch finden, deshalb sage ich Ihnen, wie gewöhnlich: auf Wiedersehen, mein Lieber, aus dem ganzen Herzen, Ihre …“
Schon am nächsten Tag wird sie sich aber bewußt, daß sie die Mutter von elf Kindern ist, neun Jahre älter als Tschaikowski und – Großmutter! „Großmutter!“ wiederholt sie laut und vergräbt den Kopf in ihren dünnen Händen. Der Gedanke an all die blutjungen Studentinnen des Konservatoriums, daran, daß Tschaikowski noch jemand anderem fünfseitige Briefe schreibt, treibt sie in Verzweiflung.
Seine Antwort ist jedoch innig, kommt aus dem ganzen Herzen: „Ihnen brauche ich doch nicht zu sagen, daß Sie ein Wesen sind, das ich mit der ganzen Seele liebe, da ich in meinem Leben noch keinem Wesen begegnet bin, das mir näher steht als das Ihre, verwandter, das so empfindsam auf jeden meiner Gedanken, jeden Pulsschlag meines Herzens reagiert … unnötig denken Sie, daß ich etwas Seltsames finden könnte in den Worten der Zartheit, die in Ihrem Brief stehen. Ich nehme sie an, nur bin ich etwas in Verlegenheit – mir scheint es nämlich immer, daß ich Ihrer nicht ganz würdig bin …“
Das Angebot zum Duzen nimmt Tschaikowski nicht an.
Peter Iljitsch Tschaikowski war ein außergewöhnlich gefühlvoller, einfühlsamer Mensch. Einerseits war er fähig, feine Einflüsse für seine Musik aufzufangen, andererseits war er diesen Einflüssen selbst stark ausgesetzt und hat dadurch gelitten. Wiederholt erlebte er Zustände tiefer Melancholie und schweren psychischen Leidens. Zum Alptraum einiger Jahre seines Lebens wurde die unüberlegte und mißglückte Trauung mit der sehr jungen Studentin Antonina Miljukowa, die Tschaikowski an die Schwelle des Selbstmordes führte. Die wirkliche Belastung seines Lebens aber war die Homosexualität, gegen die er sich nicht zu wehren wußte. In dem zaristischen Rußland war das ein unverzeihbarer Verstoß, für den Menschen in die Verbannung nach Sibirien geschickt wurden. Und doch durchstrahlte Tschaikowskis Leben die reine Beziehung zu einer Frau, die er persönlich nie traf, die ihn aber als reiche Mäzenin vierzehn Jahre lang freigebig unterstützte, so daß er sich unabhängig seiner Tätigkeit als Komponist widmen konnte. Und es war nicht nur das Geld, das ihm half, ungestört zu arbeiten – innige Gefühle und Gedanken ihrerseits begleiteten ihn und ebneten seinen Weg.
Das Jahr 1876 geht zu Ende. Zehn Jahre sind vergangen, seit Tschaikowski die Stelle des Professors für Harmonie und Komposition an dem Moskauer Konservatorium angetreten hat. Er ist 36 Jahre alt und hat bereits drei Symphonien geschrieben, das 1. Streichquartett in D-Dur, das Ballett „Schwanensee“ sowie die symphonischen Dichtungen „Romeo und Julia“ und „Francesca da Rimini“.
Ein unerwarteter Brief
Peter Iljitsch Tschaikowski 1875
Eines Tages, kurz vor dem neuen Jahr, bekommt Tschaikowski einen unerwarteten Brief: „Ich finde es für unpassend, Ihnen zu erzählen, welche Begeisterung Ihre Werke in mir erwecken … deshalb sage ich Ihnen nur so viel, und ich bitte Sie, es wörtlich zu glauben, daß es sich mit Ihrer Musik leichter und angenehmer lebt.“ Den Brief hat die Witwe eines Transportingenieurs geschrieben, Nadeschda Filaretowna von Meck, eine besondere Bewunderin seines musikalischen Schaffens. Frau von Meck, die Musik seit ihrer Jugend leidenschaftlich liebt, ist in der Moskauer Gesellschaft als reiche Dame und Kunstmäzenin bekannt. Das Kapital der Familie Meck beträgt einige Millionen Rubel, sie unterstützt reichlich das Moskauer Konservatorium, den russischen Musikverein und honoriert unter anderem auch das Kammerinstrumentalensemble, das in ihrem Haus spielt.
Unter den zeitgenössischen Komponisten hat Tschaikowski gerade ihre größte Aufmerksamkeit erregt. Von seinem Schüler, dem Geiger Kotek, den Frau von Meck ebenfalls unterstützt, erfährt sie von den gegenwärtigen finanziellen Schwierigkeiten Tschaikowskis. Durch Vermittlung von Kotek beginnt sie, die Bearbeitungen seiner Kompositionen für Klavier zu bestellen und belohnt diese Arbeit reichlich. Tschaikowski kommen diese Bestellungen sehr gelegen. Seinem Bruder Anatolij klagte er zu jener Zeit: „Wenn du wüßtest, wie tief in den Schulden ich stecke! Jeden Tag bittet mich jemand um Geld, ich verschenke rechts und links solche Summen, daß ich mich zum Schluß selbst bedaure.“
Nadeschda Filaretowna von Meck
Zwischen Tschaikowski und Frau von Meck entsteht bald rege Korrespondenz, und schließlich entwickelt sich eine besondere, bewundernswerte Freundschaft, die mehr als dreizehn Jahre lang währt. In dieser Zeit sehen sich die beiden zwar einige Male von weitem, aber sie lernen sich nie persönlich kennen. Der Komponist spürt jedoch, daß das Interesse von Frau Meck tief und innig ist, daß sie seine Musik gefühlvoll wahrnimmt, und enthüllt ihr schon in den ersten Briefen seine verborgenen Gedanken, beschreibt typische Eigenschaften seines kontroversen Charakters und seines Talents.
Freund
Im Jahre 1878 arbeitet Tschaikowski an seiner Oper „Eugen Onegin“ und gleichzeitig an der 4. Symphonie. Als er sie vollendete, fragte er Frau von Meck: „Nadeschda Filaretowna, ich habe gehört, daß Sie nie erlaubten, daß man Ihnen eine Komposition widmet. Für mich haben Sie eine Ausnahme gemacht, und ich bin dafür sehr dankbar. Falls es Ihnen aber unangenehm ist, wenn Ihr Name im Kopf der Symphonie steht, können wir darauf verzichten. Dann wissen nur Sie und ich, wem diese Symphonie gewidmet ist.“
Von Meck antwortet: „Gestatten Sie mir eine Frage. Halten Sie mich für Ihren Freund? Beantworten Sie diese Frage mit Ja, würde es mich sehr freuen, wenn Sie auf Ihre Symphonie schreiben würden, daß Sie sie Ihrem Freund widmen, ohne jemand zu nennen.“
Die Familie Tschaikowski im Jahr 1848
„Niemals hatte die Widmung eines Musikwerkes einen ernsteren und wirklicheren Sinn als in diesem Fall“, antwortet nun Tschaikowski. „Ich habe in der Symphonie vom Herzen nicht nur für mich, sondern auch für Sie gesprochen. Es ist eigentlich nicht meine, sondern unsere Symphonie. Nur Sie selbst können verstehen und empfinden all das, was ich verstand und empfand, als ich sie schrieb. Es wird immer mein liebstes Werk sein. Es ist nämlich eine Erinnerung an die Zeit, als mir nach mich lange bedrohender Krankheit und nach langer Periode unerträglicher Wehmut und Überdrusses, wo ich fast in Wahnsinn und Verderben fiel, das Morgenrot des Wiedergeborenwerdens und Glückes erstrahlte in der Gestalt der, der diese Symphonie gewidmet ist. Ich zittere vor Schreck bei dem Gedanken, was mit mir passiert wäre, wenn mich das Schicksal nicht mit Ihnen zusammengeführt hätte. Ich bin Ihnen für alles sehr verbunden. Für das Leben, für die Möglichkeit, nach vorne, zu dem weiten Ziel zu gehen, zu Freiheit und Glück …“
Der Meinungsaustausch
In der Korrespondenz beginnt eine rege Diskussion. Auch wenn Frau von Meck Tschaikowski sehr schätzt, geht sie manchmal mit seiner Meinung nicht konform. Er bewundert Raffael, Mozart, sogar Puschkin, sie liebt Michelangelo, Beethoven, Schopenhauer.
Der 23jährige Peter Iljitsch Tschaikowski 1863
Auch über den Glauben wird gesprochen. „Was die Religion betrifft, bin ich innerlich entzweit und kann bis jetzt keine Lösung finden“, schreibt Tschaikowski. „Einerseits lehnt mein Verstand hartnäckig ab, die Wahrhaftigkeit der Dogmen anzuerkennen, die der orthodoxen wie auch die der anderen christlichen Konfessionen. Wie lange habe ich allein über das Dogma Vergeltung und Strafe nachgedacht, je nachdem, ob es um einen guten oder schlechten Menschen geht … Wie kann man eine genaue Linie zwischen Schafen und Wölfen festlegen? Genauso unerreichbar für meinen Verstand ist der Glaube an das ewige Leben. Andererseits … die Bräuche aus der Kindheit, poetische Vorstellungen, verbunden mit all dem, was Christus und seine Lehre betrifft … Ich möchte sie sehr gern von dieser Seite aus erleben.“ Aus einem anderen Brief Tschaikowskis geht hervor, daß auch Frau von Meck den kirchlichen Dogmen kritisch gegenüberstand: „… so bin ich einerseits noch fest mit der Kirche verbunden“, schreibt er, „andererseits habe ich, ähnlich wie Sie, schon den Glauben an Dogmen verloren … Und so sehen Sie, meine liebe Freundin, daß ich voll von Widersprüchen und trotz meines reifen Alters nicht zu etwas Festem gelangt bin, ich habe meinen unruhigen Geist weder durch Religion noch durch Philosophie befriedigt. Ich würde wirklich verrückt, wenn es die Musik nicht gäbe. Sie ist ein echtes Geschenk des Himmels für die Menschheit, die im Dunkel herumirrt …“
Von Meck bringt neue Impulse: „Peter Iljitsch, haben Sie mal geliebt? Ich glaube nicht. Sie lieben die Musik zu sehr, als daß Sie sich in eine Frau verlieben könnten. Ich weiß von einem Liebesverhältnis in Ihrem Leben [Anm.: Sie spricht von der Sängerin Desirée Artot, der Tschaikowski ohne Erfolg die Heirat angeboten hatte], aber ich glaube, daß die sogenannte platonische Liebe nur ein halbes Ziel ist für einen Menschen, der ohne das Körper und Blut betreffende Gefühl nicht existieren kann.“
Tschaikowski mit seiner Frau Antonina Miljukowa„Wenn Sie die Frage anders formulieren“, antwortet Tschaikowski, „wenn Sie fragen, ob ich in der Liebe ein vollkommenes Glück erlebt habe, muß ich Ihre Frage mit dreimaligem Nein beantworten … Übrigens läßt sich diese Antwort auch in meiner Musik finden. Falls Sie mich fragen, ob ich mir der ganzen Größe und Intensität dieser Empfindung bewußt bin, antworte ich: ja, ja, ja, und wieder sage ich Ihnen, daß ich mehrmals versucht habe, die Pein und gleichzeitig das Heil der Liebe durch Musik auszudrücken. Ich weiß nicht, ob es mir gelungen ist, das sollen andere beurteilen …“
Es gab Momente, in denen Frau von Meck sich wohl nur mit Schwierigkeiten beherrschen konnte, das zu schreiben, was nicht geschrieben sein sollte: „Ich beende diesen Brief nach der Heimkehr aus dem Konzert, wo ich Ihren Slawischen Marsch gehört habe. Ich bin unfähig, mit Worten das Gefühl auszudrücken, das mich ergriffen hat.“ Der Slawische Marsch hatte bei der Erstaufführung einen so großen Erfolg, daß er wiederholt werden mußte. „Es war solches Wohlbehagen, daß ich Tränen in Augen hatte. Beim Erleben der Musik war ich unsagbar glücklich mit dem Gedanken, daß der Komponist in einem gewissen Grade mein ist, daß er mir gehört und daß mir dieses Recht niemand abstreiten kann. Zum ersten Mal seit Anknüpfung unserer Kontakte habe ich Ihr Werk in einer anderen Umgebung als sonst gehört. In dem Adelsklub scheint mir manchmal, daß ich da viele Konkurrenten habe, daß Sie viele Freunde besitzen, die Sie lieber haben als mich. Aber hier, in der neuen Umgebung, schienen mir meine Gefühle so stark zu sein, daß ich Sie mit niemand teilen muß. Hier herrsche ich … entschuldigen Sie bitte dieses Fantasieren, erschrecken Sie nicht vor meiner Eifersucht, sie verpflichtet Sie doch zu nichts. Es ist nur meine eigene und in mir beschlossene Empfindung. Von Ihnen verlange ich nichts mehr außer dem, was ich schon genieße – vielleicht nur noch eine geringfügige Änderung. Es würde mich freuen, wenn Sie mich, wie es unter Freunden üblich ist, duzen. Ich glaube, daß das in der Korrespondenz nicht schwierig ist. Falls es Ihnen aber nicht paßt, werde ich nichts dagegen haben, denn auch so bin ich glücklich. Seien Sie gesegnet für das Glück! Ich möchte Ihnen jetzt schreiben, daß ich Sie von ganzem Herzen umarme, aber es könnte sein, daß Sie es doch komisch finden, deshalb sage ich Ihnen, wie gewöhnlich: auf Wiedersehen, mein Lieber, aus dem ganzen Herzen, Ihre …“
Schon am nächsten Tag wird sie sich aber bewußt, daß sie die Mutter von elf Kindern ist, neun Jahre älter als Tschaikowski und – Großmutter! „Großmutter!“ wiederholt sie laut und vergräbt den Kopf in ihren dünnen Händen. Der Gedanke an all die blutjungen Studentinnen des Konservatoriums, daran, daß Tschaikowski noch jemand anderem fünfseitige Briefe schreibt, treibt sie in Verzweiflung.
Seine Antwort ist jedoch innig, kommt aus dem ganzen Herzen: „Ihnen brauche ich doch nicht zu sagen, daß Sie ein Wesen sind, das ich mit der ganzen Seele liebe, da ich in meinem Leben noch keinem Wesen begegnet bin, das mir näher steht als das Ihre, verwandter, das so empfindsam auf jeden meiner Gedanken, jeden Pulsschlag meines Herzens reagiert … unnötig denken Sie, daß ich etwas Seltsames finden könnte in den Worten der Zartheit, die in Ihrem Brief stehen. Ich nehme sie an, nur bin ich etwas in Verlegenheit – mir scheint es nämlich immer, daß ich Ihrer nicht ganz würdig bin …“
Das Angebot zum Duzen nimmt Tschaikowski nicht an.
Florenz
Frau von Meck lädt ihn nach Florenz ein – er sagt zu. Sie hat für ihn die Villa Bonciani gemietet, sie selbst wohnt mit der Familie unweit in einem Palast. Diener und Koch hat sie angeworben und mit Herrn Bonciani vereinbart, daß er den Gast nicht stören und sich mit allen Fragen und Ausgaben nur an sie wenden soll.
„Willkommen, mein Lieber, einzigartiger Freund! Nur zu fühlen, daß Sie so nahe sind, ist Wohlbehagen, das man mit Worten nicht ausdrücken kann …“ Diese Botschaft überbringt Tschaikowski der Verwalter.
Er beginnt seinen Arbeitsalltag, steht um 8 Uhr auf, trinkt Kaffee, blättert Zeitungen durch und arbeitet an dem Libretto zu der „Jungfrau von Orleans“. Immer um 11 Uhr spaziert Frau von Meck an seinem Haus vorbei, mit Töchtern und dem Sekretär Pachulski. Manchmal – Tschaikowski weiß, daß sie kurzsichtig ist – stellt er sich hinter die Gardine und beobachtet, wie die Gruppe vorbeigeht. Vorneweg ein froher Hund, hinter ihm die jüngsten Töchterchen Sonja und Miluschka. Und weiter, zwischen den Töchtern Julia und Lydia, … sie – groß gewachsen, ein wenig dünn, mit dunklen Augen, nach Meinung anderer nicht besonders hübsch, und hinter ihr die Amme mit dem Säugling. Manchmal wirft sie einen Blick auf seine Fenster.
Der große Komponist im fortgeschrittenen Alter
Bis zum Mittagessen arbeitet Tschaikowski, dann läßt er die Fensterläden mit den geschnitzten Herzchen schließen und beginnt zu lesen. Er genießt die Stille und Einsamkeit. Abends, vor dem Schlafengehen, geht sie nochmals vorüber, denkt, weil sie das Licht nicht durch die kleinen Herzchen scheinen sieht, daß er nicht zu Hause ist, sorgt sich, ob er – es ist doch kühl! – sein Halstuch genommen hat, aber sie geht mit männlichem Schritt an der Villa vorbei. Nur zu Gott schickt sie ebenso leidenschaftliche wie mütterliche Gebete. –
Es ist Dezember, kurz vor Weihnachten. Sie ist mit ihrer Familie unterwegs nach Wien, er nach Paris. Die Briefe drücken Abschiedsstimmung aus – und die vage Hoffnung, daß sich dieser zauberhafte Monat in Florenz noch einmal wiederholt.
Ein einziges Mal treffen sich Tschaikowski und Frau von Meck dann doch. Sie hat ihm einen Ferienaufenthalt auf ihrem Landbesitz angeboten. Während sie mit der Familie in Brailow wohnt, kann Tschaikowski wählen und entscheidet sich für einen kleinen Bauernhof in Simakov, drei Kilometer entfernt von Brailow. Hier will er den dritten Akt der „Jungfrau von Orleans“ zu Ende schreiben. Sein Tag ist klar eingeteilt – Arbeit, Mittagessen, Spaziergang. Häufig fährt er mit einer Kutsche in den Wald. Er weiß, daß in Brailow um vier Uhr zu Mittag gegessen wird, und richtet sich danach, um niemanden zu treffen. Und doch passiert es eines Tages … unerwartet erscheint in einer Kurve ein verspäteter Wagen aus Brailow direkt vor ihm. Er reißt an den Zügeln. Sie sitzt mit Miluschka, der Jüngsten, in dem vorbeifahrenden Wagen und hält ihre Hand. Er wagt es nicht, den Blick von ihr abzuwenden, und erstmals treffen sich für einen kurzen Moment ihre Blicke. Er schämt sich, nimmt seinen Hut ab, sie ist verwirrt wie ein Mädchen, fast gelingt es ihr nicht, auf seinen Gruß zu antworten. Dann sind die Pferde aneinander vorbei, es folgen noch zwei weitere Wagen aus Brailow, und alles ist wieder still.
Abends gehen seine Emotionen hoch, er weint. War er nicht alle Sorgen los, sein eigener Herr, der machen konnte, was er wollte, wohnen konnte, wo er wollte, der alles hatte, was er sich wünschte? Und dennoch befällt ihn unerträgliche Wehmut, so daß er Fenster und Türen schließen und nur noch heulen möchte.
In der Korrespondenz hatten ihre Worte immer weniger Zurückhaltung gezeigt. Er aber hatte sich, im Gegenteil, zunehmend distanziert gegeben – aus Angst, daß sie die ganze Wahrheit über ihn erfahren und ihn wegschicken könnte. Bestimmt verdächtigte sie ihn …
Frau von Meck schreibt Tschaikowski, daß sie sich über alles freue, woran er Freude findet. Sie sei glücklich, daß er einen ruhigen Hafen gefunden habe. Aber in der Tiefe ihres Herzens ist sie sich bewußt, daß Tschaikowski sein Leben ohne sie regelt. Und daß dies immer so bleiben würde …
Die Zwietracht
Tatsächlich verrät er schließlich seinen besten Freund und führt sein Leben nur noch nach einer arbeitsintensiven, erfolgreichen Politik des Ruhmes. Zuweilen wird ihm bewußt, daß sich zwischen dem, was Frau von Meck von ihm denkt, und der Wirklichkeit eine Kluft geöffnet hat. Doch er findet keine Zeit, sie zu schließen. Sie denkt, er schreibe ihr nur deshalb nicht, weil er in seine schöpferische Arbeit vertieft sei – er aber schreibt täglich 20 Briefe an Menschen, die ihm bedeutungsvoller erscheinen. Sie denkt, er sei grundgütig und nicht sehr interessiert am Geld – er aber ist anspruchsvoll geworden, gibt viel Geld aus, macht Schulden. Sie denkt, er mag Kinder – er aber läuft Schülern im Dorf nach und fürchtet, daß es die Erwachsenen bemerken. Sie denkt, er habe sein ganzes Leben lang keine Frau gefunden, die er lieben konnte – ihn aber erinnert jede Frau an Antonina, an die Gefühle von Widerwillen und Angst …
Die Korrespondenz wird seltener, schließlich kommt die Zwietracht – mit dem Tag, an dem Frau von Meck alles begreift. Und sie gehört nicht zu denen, die sich versöhnen, zurücktreten, die Augen verschließen. Sie unterbricht die Beziehung auf einmal und für immer, teilt Tschaikowski mit, daß sie ihm nicht mehr helfen wird, und streicht ihn aus ihrem Herzen. „Vergessen Sie nicht und erinnern Sie sich …“, schreibt sie ihm noch.
Er antwortet ein wenig affektiert: „Vielleicht ahnen Sie gar nicht, welche unermeßliche Wohltat Sie mir geboten haben! […] Ich kann ohne Übertreibung sagen, daß ich Sie nie vergessen habe und Sie auch in der Zukunft keine Minute vergessen werde, denn immer, wenn ich an mich selbst denke, treffen sich meine Gedanken unausweichlich mit den Ihren. Ich küsse innig Ihre Hand und versichere Ihnen, daß niemand mit Ihnen so mitfühlt und Ihre Sorgen so teilt wie ich …“
Er erhält keine Antwort, schreibt ihr noch einmal, doch Stille. Nach einem halben Jahr versucht er, über ihren Sohn (er hat seine Nichte geheiratet) festzustellen, ob Frau von Meck mit ihm wirklich nichts mehr zu tun haben will, doch er erfährt nichts. In einem langen Brief wendet er sich nun an Pachulsky und bittet sie darin, ihre Stellung zu ihm zu ändern. Sie tut es nicht, Tschaikowski bleibt allein.
Und wieder ist es wie früher: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Genauso wie ein Schuster Schuhe nähe, sagt er, komponiere er. Das Ballett „Der Nußknacker“ entsteht; er schreibt die einzelnen Nummern nach der Anleitung des Choreographen.
Die Pathetische
Monate rinnen vorbei. Aber bei der alltäglichen Arbeit, überall auf seinen Reisen verfolgt ihn schon lange ein Gedanke – etwas zu schreiben, wonach er sich nicht mehr vor dem Tode fürchten müsse. Eine Symphonie. Eine neue Symphonie. Die sechste. Sie sollte erzählen, warum er auf dieser Welt lebte, von seiner unausgesprochenen Liebe, und sie sollte vom Tod künden.
Tschaikowski nennt die 6. Symphonie, die er als den Schlußstein seines Schaffens betrachtet, auf Vorschlag seines Bruders Modest „die Pathetische“ und will die Premiere selbst leiten.
Am 9. Oktober 1893 reist er nach St. Petersburg ab. Sein alter Freund Kaschkin ist mit ihm im Hotel, gemeinsam denken sie an die alten Zeiten. Wie viele Bekannte leben nicht mehr! Kaschkin erwähnt auch Frau von Meck. „Sie stirbt?“ Tschaikowski erschrickt und erfährt, daß sie einen Nervenzusammenbruch erlitten habe, niemanden mehr erkenne, nichts verstehe. Ihr ältester Sohn habe das Familienvermögen mit Frauen und im Kartenspiel durchgebracht, sie sei jetzt mittellos und lebe in Armut … Tschaikowski hat Tränen in den Augen.
Der Grabstein Tschaikowskis in St. Petersburg
Die Orchesterproben dauern die ganze Woche, dann dirigiert Tschaikowski die Uraufführung. Aber weder die Musiker noch die Zuhörer sind von der Symphonie begeistert, das Publikum applaudiert lau, ohne rechte Begeisterung. Noch bleibt die Symphonie unverstanden. Als Tschaikowski und der Komponist Alexander Glasunow nach dem Konzert mit der Droschke zum Abendessen fahren, schweigen sie.
Balakirew, der Begründer der neurussischen Schule, soll nach dem ersten Hören der Pathetischen, als der resignierende Schluß des vierten Satzes ausklang, nachdenklich gesagt haben: „Wie sehr mußte dieser Mensch leiden, damit er so etwas komponieren konnte …“
Am Donnerstag, dem 21. Oktober, wird Tschaikowski krank. Der Arzt diagnostiziert Cholera mit einem sehr schweren Verlauf. Am Sonntag phantasiert Tschaikowski bereits, er spricht mit jemandem, redet ihm zu, macht Vorwürfe, weint … es ist Frau von Meck. Mehrmals ruft er in Tränen nach ihr: „Nadeschda Filaretowna… Nadeschda Filaretowna …“
Übersetzung: Anna Štefková
Autor: Jaroslav Klimecký
